LebensBilder mit Jürgen Tomm - Stille Größe, lautes Sterben - Johann Joachim Winckelmann (1717- 68) Eine filmische Nachforschung

04-09-2012 (20:30)

Preußenkönig Friedrich II. eroberte Schlesien, einer seiner dürftigsten Untertanen aber eroberte eine

 Welt: Johann Joachim Winckelmann (1717-1768), protestantischer Schustersohn aus Stendal, entdeckte die griechische Antike als das Reich des wahren Schönen. Über Dresden und - Katholik geworden - die Protektion verschiedener Kardinäle stieg er auf zum Direktor der vatikanischen Antikensammlungen in Rom und wurde zum Mitbegründer der antiken Kunstgeschichte und Archäologie. Er inspirierte die - "klassizistische" - Kunst und Architektur des aufgeklärten Europa und nicht zuletzt Amerikas. Ersuchte die Schönheit und sprach von Freiheit.

Wie frei aber war er selbst? Nur im klerikalen Rom fand er genügend Toleranz, konnte er derSchönheit auch im Alltag begegnen. In Deutschland musste er die Moral des Mittelalters wegen seiner Homosexualität fürchten. Als Winckelmann 1768, 51 Jahre alt, auf einer Reise in Triest grausam ermordet wurde, entsetzte sich die ganze gebildete Welt. Vollständig aufgeklärt wurde die Ursache des Mordes nie, Parallelen zum Tod von Pier Paolo Pasolini 200 Jahre später wurden aber immer wiedergezogen.

 Mit dokumentarischem Filmmaterial und einem Kommentar von Jan Franksen zeichnet Jürgen Tomm

das Lebensbild eines Mannes, der der Geistesgeschichte der Alten und der Neuen Welt bis heute reichende Impulse gab - auch wenn die Akropolis vielen nur noch das Symbol für griechische Staatsschulden ist.

 Johann Joachim Winckelmann (1717-68), der Mitbegründer der klassischen Kunstgeschichte und

 Archäologie, war zu seiner Zeit eine Berühmtheit für die ganze aufgeklärte Welt einschließlich Amerikas. In Triest fiel er einem grausamen Mord zum Opfer - der auch an den Pasolinis erinnert.

Jürgen Tomm zeigt das filmische Lebensbild eine Mannes, der als Schustersohn in Stendal geboren wurde.

 

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