Programm

20-04-2026 (Montag)

Cécile Oumhani „Denn Tiger fressen keine Sterne”

20:00 - 21:30

Übersetzung aus dem Französischen: Regina Keil-Sagawe
Lesung und Gespräch, Moderation: Tanja Langer

In einem Hotel am Ende der Welt geben zwei Frauen, eine Französin und eine Afghanin, ihre Stärke und ihre Zerbrechlichkeit preis. Ein verpasster Anschlussflug am Flughafen von Bahrain bringt die Reise der Ich-Erzählerin nach Indien, das Land, in dem ihr Vater aufgewachsen ist, durcheinander. Sie ist gezwungen, in einem Hotel zu übernachten, wo sie die Afghanin Mina kennenlernt, die nach Kabul reist, um noch einmal ihren Vater zu sehen.
Die Erzählerin wird von Minas Berichten über Indien, Afghanistan, den Krieg und die Flucht über gefährliche Bergstraßen bis hin nach Berlin, wo sie sich durchsetzen muss, in den Bann gezogen. Unerwartete Resonanzen, wie Lichter in der Nacht, bringen die beiden Frauen einander näher. 
Unter der sensiblen und poetischen Feder von Cécile Oumhani zeichnen sich die Wege des Exils und das Wunder einer Begegnung ab. Ein genauer Blick auf die Gemeinsamkeiten der Menschheit.
„Ein zauberhafter kleiner Roman mit einer universellen Botschaft in Zeiten, wo in Deutschland das Wort Remigration schon fast selbstverständlich in den Mund genommen wird.“ Stephanie von Oppen, Deutschlandfunk Kultur)

Cécile Oumhani wurde 1952 in Namur geboren. Die promovierte Anglistin hat lange an der Universität in Paris unterrichtet. Ihre 26 Romane und Lyrikbände reflektieren die Seelenstimmungen von Menschen in interkulturellen Grenz- und Krisensituationen. Sie wurden ins Serbische, Griechische, Russische, Kroatische, Italienische und Spanische übersetzt. 2014 erhielt sie den Prix Virgile der EU für ihr Gesamtwerk, 2016 den Prix de l‘ADELF für „Tunisian Yankee“.